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Vorschlag : Neustart für Schiffsfahrstuhl 2007 / Betriebskosten erstattet / Stadt verhandelt mit Bund
Schiffshebewerk: So soll der Untergang verhindert werden
Von Karl - Heinz Karl-Heinz Kaiser



+ Lutz Trümper
Mit neuen Vorschlägen setzen Stadt und Förderverein Technische Denkmale den Druck auf das Bundesverkehrsministerium fort : Sie schlagen vor, dem Bund die jährlich anfallenden Kosten in Höhe von 59 000 Euro für einen saisonalen Weiterbetrieb zu erstatten. Ziel : Ab 1. April 2007 soll der eingestellte Betrieb des Hebewerks wieder aufgenommen werden. Der Bund aber müsste gleichfalls sein Scherfl ein beitragen

Magdeburg. So soll das " sinkende Schiff " gerettet werden : Der Bund bleibt aus rechtlichen Gründen Eigentümer des Technischen Denkmals. Er setzt die Restmittel für die geplante Grundinstandsetzung des Schiffsfahrstuhls in Höhe von 3, 5 Millionen Euro ein. Die im saisonalen Betrieb anfallenden Kosten in Höhe von monatlich 59 000 Euro werden dem Bund erstattet. Der Förderverein Technische Denkmale bündelt dazu die bereitgestellten Gelder Dritter.

Das sind die Grobvorstellungen für den bevorstehenden erneuten Vorstoß der Stadt beim Bundesverkehrsministerium.

Oberbürgermeister Lutz Trümper hat sich diese Strategie bereits in seiner Beigeordnetenrunde absegnen lassen.

Am 12. Oktober will er sich für die schon im Juli angekündigten erneuten Verhandlungen in Berlin das Mandat vom Stadtrat einholen. Der Bund hatte seinerzeit von der Stadt ein schlüssiges Konzept für einen möglichen Weiterbetrieb gefordert. Das kann nach Ansicht von Experten jetzt zurechtgeschneidert werden. Gefragt ist dazu der Bereich von Wirtschaftsdezernent Dr. Klaus Puchta.

Erklärtes Ziel von Stadt und Förderverein : Jedes Jahr soll das zuverlässig funktionierende Technische Denkmal vom 1. April bis 31. Oktober in Betrieb gehen. Täglich von 9 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr könnten dann Schiffe in der berühmten Wanne die 18 Meter zwischen Mittellandkanal und Elbe / Rothenseer Verbindungskanal überwinden.

Für den saisonalen Weiterbetrieb sind nach Berechnungen des Wasser- und Schifffahrtsamtes jährliche Betriebskosten in Höhe von 386 037 Euro ausgewiesen.

Hinzu kommen die Kosten für ( statistisch gesehen ) 1, 5 Beschäftigte als Bedienpersonal. Alles zusammen würde das 58 898 Euro je Monat ausmachen. Diese Summe soll aus fi - nanziellen Unterstützungen Dritter vom Förderverein dem Bund gezahlt werden. Reiner Riegg, 2. Vorsitzender des Vereins, hat diese neue Variante in einem Schreiben an das Wasser- und Schifffahrtsamt ins Gespräch gebracht.

Über dieses Modell will Lutz Trümper in Berlin verhandeln mit dem Wunschergebnis, ab 1. April 2007 das Schiffshebewerk wiederzueröffnen.

Ein Vorschlag, an dem das Bundesverkehrsministerium

im Grunde nur schwer vorbei kann, glauben Experten. Haben doch die ewigen technischen Huddeleien mit der neuen Schleuse Rothensee eindrucksvoll die Daseinsberechtigung des Schiffshebewerks als Bypass für die Schifffahrt unter Beweis gestellt. Zudem ist dem Bund eine Klage der Weißen Flotte anhängig, eine weitere, vom Förderverein, soll hinzukommen.

Stadt, Förderverein, Hafenanrainer und zehntausende Magdeburger warten jetzt auf konstruktives Einlenken in Berlin.

FDP-Stadtrat Carsten Klein verweist auch auf die regionale Verantwortung. Das Schiffshebewerk sei ein wesentlicher Teil der Infrastruktur unserer Region. Daher müsse, so das Vorstandsmitglied des Fördervereins, " die Landesregierung klar Farbe bekennen ". Diese müsse mit aller Kraft auf Minister Tiefensee einwirken, seine verfehlte Entscheidung rückgängig zu machen, erklärt er weiter.



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Dokument erstellt am 05.10.2006 um 05:55:58 Uhr
Erscheinungsdatum 05.10.2006 | Ausgabe: mdx