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Während der Schleusenreparatur nach öffentlichem Druck für eine
Woche freigegeben / Förderverein macht Druck
Der Schiffsfahrstuhl darf noch mal: Ab heute hebt und senkt sich
der Trog
Von Karl-Heinz Kaiser



Das
Motorschiff Sachsen-Anhalt der Weißen Flotte im Juni im Schiffshebewerk
Rothensee. Foto: L. Bernick
Der legendäre Schiffsfahrstuhl Rothensee geht gut zweieinhalb
Monate nach seiner Zwangsstilllegung wieder in Betrieb. Allerdings nur für eine
Woche. Grund : So lange sind die Reparaturen an der benachbarten Sparschleuse
geplant. Danach wird das Technische Meisterwerk wieder in den Ruhestand
geschickt. Der Förderverein Technische Denkmale Sachsen-Anhalt indes will weiter
Druck gegen die Stilllegung machen.
Magdeburg. Für die Verfechter des
weltweit nahezu einzigartigen Denkmals und zuverlässig funktionierenden
Wasserbauwerks so etwas wie ein innerer Vorbeimarsch : Der unvorhergesehene
erneute Trödel mit dem als Superschleuse gepriesenen hochmodernen Abstieg hat
für sie die Fehlentscheidung zum Schiffshebwerk drastisch unterstrichen.
Erst nach öffentlichem Druck hatte denn auch das
Bundesverkehrsministerium das Verbot der Wiedereröffnung zurückgenommen : Für
die Zeit der außerplanmäßigen Schleusenreparatur wird der Schiffsfahrstuhl in
Gang gesetzt. Ab heute bis zum 29. September kann deshalb die Weiße Flotte ihre
Fahrgastschiffe in die große Wanne schicken.
Das Unternehmen, das
ohnehin gegen die Stilllegung Klage vor Gericht führen will, hatte heftig
protestiert, als das verwehrt werden sollte. Grund : Es hätte während der
Schleusenreparatur die bereits ausgebuchten Schiffe an den Anlegern lassen
müssen. Wirtschaftliche Verluste wären die Folge gewesen, sagte Geschäftsführer
Dr. Bernhard Thümler. Das, obwohl wenige hundert Meter daneben eine zuverlässige
Alternative nur auf den entsprechenden Knopfdruck wartete.
Vor allem für
die Weiße Flotte und für die Sportschifffahrt gestattete das
Tiefensee-Ministerium dann doch, das Hebewerk zu öffnen.
Nach der
Reparatur wird es wieder dicht gemacht. Das bestätigte Tjark Hildebrandt, Leiter
des Wasser- und Schifffahrtsamtes, auf Volksstimme-Nachfrage.
Er wies
zurück, dass schon jetzt Rückbau des Betriebsgebäudes oder der Anlage selbst
betrieben werden soll.
Noch verharren alle Beteiligten in
Abwarteposition, weil die Verhandlungen mit dem Bund über einen möglichen
Weiterbetrieb durch Dritte noch laufen.
Der Förderverein Technische
Denkmale Sachsen-Anhalt indes will im Laufe dieser Woche weiter öffentlichen
Druck für den Erhalt des Schiffshebewerks als Bypass für die kleinere Fracht-
und als günstige Abstiegsmöglichkeit für die Fahrgast- und Sportschifffahrt. So
soll ein großes Plakat an der Hubbrücke angebracht werden. In dem Punkt gibt es
noch Querelen, weil die Bahn AG dafür rund 2500 Euro und die Aufstellung eines
Sicherungspostens verlangt.
Am 29. September werden Mitglieder des
Fördervereins vor Ort am Hebewerk interessierten Magdeburgern Rede und Antwort
zum Stand ihrer Aktivitäten zur Rettung des Technischen Denkmals stehen.
Möglichst viele Magdeburger sollten an dem Tag zum Hebewerk kommen, ihren
Protest bekunden, wünscht sich Geschäftsführer Reiner Riegg.
Er denkt
dabei auch an Mitglieder von Sportvereinen mit ihren Booten.
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Copyright © Volksstimme.de
2006
Dokument erstellt am 25.09.2006 um 06:01:00 Uhr
Erscheinungsdatum
25.09.2006 | Ausgabe: mdx
