URL:
http://www.volksstimme.de/vsm/sonderthemen/schmaz_2007/schmaz_beitraege/beitraege_im_mai/?em_cnt=300307
Schülerumfrage – Teil II
Ist der Jugend das Hebewerk egal?
Francis Schumacher
Alexander Kokott
Florian
Prinz
Hegelgymnasium (Kl. 8/2)

Magdeburg - Welcher ältere Magdeburger kennt nicht das
Schiffshebewerk in Rothensee nördlich von der Landeshauptstadt? Aber wie sieht
es da mit der Jugend aus? Obwohl das Schiffshebewerk eine der ältesten und
berühmtesten Touristenattraktionen Magdeburgs ist, gibt es seit langem die
Diskussion, es stillzulegen.
Das Schiffshebewerk Magdeburg gilt als ein
Meisterwerk deutscher Ingenieurskunst und hatte seit seiner Erbauung (Bauende:
1938) eine große Bedeutung für die Schifffahrt und den Gütertransport auf der
Elbe. Es hat bislang circa 1,3 Mio. Schiffe bewegt.
Das Magdeburger Schiffshebewerk ist ein so genanntes
"Schwimmerhebewerk". Der 85 Meter lange und 12 Meter breite Trog wird durch zwei
Schwimmkörper gehalten.
Diese befinden sich in zwei, mit Wasser gefüllten
Schächten. Die Schwimmkörper werden, je nach Eintauchtiefe, mit Druckluft
gefüllt, um dem hohen Wasserdruck entgegenzuwirken und den Auftrieb zu
verändern. Je mehr Luft sich in den Schwimmkörpern befindet, desto größer ist
der Auftrieb und der Trog wird nach oben gedrückt. Der Trog wird zusätzlich
durch vier Gewindestangen elektrisch nach oben oder unten bewegt. Das
Schiffshebewerk muss je nach Wasserstand elf bis achtzehn Meter Höhenunterschied
ausgleichen. Der gesamte Vorgang mit Ein- und Ausfuhr der Schiffe, Öffnen und
Schließen der Tore und das Heben des Troges, nimmt circa 23 Minuten in
Anspruch.
Wir haben Magdeburger Jugendliche nach ihrem Interesse am
Hebewerk und an seiner Zukunft befragt. Die Hälfte der befragten Jugendlichen
meinte, dass die Außerkraftsetzung des Schiffshebewerkes gleichzeitig ein
Verlust einer Sehenswürdigkeit wäre und sprach sich dagegen aus. Demnach gilt
das Schiffshebewerk für die Bürger als auch für die Besucher als ein
technisch-historisches Denkmal, das nicht verloren gehen darf.
Rund zehn
Prozent der Befragten hielten die Instandhaltung des Hebewerkes für eine
zusätzliche finanzielle Belastung der Stadt – Ablehnung.
Die restlichen
40 Prozent wollten sich zum Thema gar nicht äußern, weil ihnen die Situation
oder das Schiffshebewerk selbst nicht vertraut waren oder sie sich nicht für
dieses Thema interessieren.
Ein Grund dafür sei einerseits der niedrige
"Spaßfaktor" beim Besuch des Schiffshebewerkes, andererseits auch die
"Unpopularität" unter der jungen Generation. Heutzutage geht man lieber shoppen
oder ins Kino, trifft Freunde oder "zockt" am Computer oder an der
Konsole.
Trotz der Außerbetriebsetzung des Schiffshebewerkes im Juli 2006,
gibt es die Forderung, dass es zur Überbrückung der Wartungsarbeiten an der
Schleuse Niegripp genutzt wird. Das weitere Schicksal des bedeutsamen Hebewerkes
ist noch unklar.
[ document info ]
Copyright © Volksstimme.de
2007
Dokument erstellt am 23.05.2007 um 14:23:24 Uhr
Erscheinungsdatum
23.05.2007
