URL: http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokales/burg/?em_cnt=142733

Landtagsabgeordnete Harry Czeke und Bernd Krause :
"Schiffshebewerk darf nicht weiter dahinrosten"
Von Bernd K ö rner Körner



Burg / Genthin. Die Schließung des Schiffshebewerkes Rothensee ist nicht haltbar, meinen die beiden Landtagsabgeordneten Harry Czeke und Bernd Krause. Der Genthiner Czeke ist tourismuspolitischer Sprecher der Fraktion der Linkspartei. PDS und zudem Vorsitzender des Stadtrates Genthin, und Bernd Krause ist Mitglied der Fraktion und Magdeburger Stadtrat. Das Schiffshebewerk war am 2. Juli geschlossen worden. Damit wollen sich die beiden Politiker aber nicht abfinden. Ihrer Meinung nach hat mit dem Aus des Hebewerkes die Pflege und Vermarktung das Tourismusprogramm " Blaues Band " einen herben Schlag erlitten.

" Als Kommunalpolitiker sind wir stets bemüht, alle Möglichkeiten zu nutzen und zu entwickeln, um die Attraktivität unserer Dörfer und Städte zu erhöhen ", erklärten beide ihre Hartnäckigkeit. Harry Czeke setzte auch im Namen seinen Fraktionskollegen hinzu : " Immer mehr wird deutlich, dass damit der Stadt Magdeburg und auch dem Umland und insbesondere dem Jerichower Land nicht nur ein funktionstüchtiges technisches Denkmal abhanden gekommen ist, sondern auch dem Wassersport und Wassertourismus ein großer Schaden zugefügt wurde. " Beide betrachteten das neue Wasserstraßenkreuz und das alte Schiffshebewerk als touristische Einheit. Das letztgenannte Bauwerk nutzen jährlich um die 1500 Fahrgast- und Sportschiffe. Dahinter stehen nach Ansicht der beiden Landtagsabgeordneten Menschen, die die Region wirtschaftlich beleben und die Ausfl ugsgastronomie des Umfeldes nutzen und stärken.

Die Bedingungen, unter denen jetzt zum Mittellandkanal übergesetzt werden müsse, sind für die Wassersportlerinnen und Wassersportler kaum noch zumutbar und teilweise, was den Aufstieg per Schleuse betrifft, auch zu gefährlich, schätzten sie die Lage ein. Bernd Krause : " In dieser Situation können wir natürlich die Sportfreunde verstehen, wenn sie nach allen möglichen Varianten suchen, um das Problem zu umgehen oder gar zu lösen. "

Es soll unter Laborbedingungen getestet werden, wie leichte Sportboote in der Schleuse beim Aufstieg reagieren, auch wurde über eine Bootsschleppe nachgedacht. Das alles wird ohne mehr oder weniger große Kosten nicht vonstatten gehen. Außerdem wäre eine neue technische Einrichtung in der Nähe des Schiffshebewerkes eine Verballhornung der Situation an diesem Standort. " Was nicht heißen soll, dass wir die Suche der Sportlerinnen und Sportler nach Lösungen nicht zu würdigen wissen ", meinte der Genthiner Stadtrat. Mit der Entscheidung zur Schließung des Schiffshebewerkes wurde nicht nur ein bis dahin funktionstüchtiges technisches Denkmal stillgelegt. " Nein schlimmer noch ist, dass die Anziehungskraft für viele Menschen schwinden wird ", äußerte Bernd Krause. Im vergangenen Jahr besuchten etwa 100 000 Menschen das technische Bauwerk.

Für beide steht fest : " Wo immer erneut Druck aufgemacht wird, um die Schließung rückgängig zu machen, wird dies unsere Unterstützung in den Stadt- und Gemeinderäten sowie im Landtag fi nden. " Derzeit hinterlasse das Schiffshebewerk den Eindruck " eines monumentalen Grabes ", wie beide bei einer sommerlichen Radtour am Wochenende feststellen konnten. " Das Wasser ist abgelassen, der Rost hat freie Hand. Dabei wäre allein im Havariefall das Hebewerk immer noch eine gängige Alternative ", betonte Czeke.



[ document info ]
Copyright © Volksstimme.de 2006
Dokument erstellt am 17.08.2006 um 05:55:19 Uhr
Erscheinungsdatum 17.08.2006 | Ausgabe: brg