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Verspätetes Schreiben aus Berlin widerspricht bereits getroffenen Zusagen / OB Trümper : Halten am Ziel fest
Querschläge: Hebewerk bleibt am 1. Mai noch dicht
Von Karl - Heinz Karl-Heinz Kaiser



Rothensee. Nun doch nicht : Die nach der Berlin-Reise am 11. Februar im Bereich des Möglichen gerückten Pläne, das Schiffshebewerk ab 1. Mai wieder zu eröffnen, gehen nicht auf. Es bleibt an dem Tag und bis auf Weiteres defi nitiv dicht.

Grund sind erhebliche Verzögerungen in Berlin. Statt Ende Februar, wie avisiert, traf der Vertragsentwurf des Bundesverkehrsministeriums über den beabsichtigten Weiterbetrieb durch die Region erst vergangenen Freitag bei Oberbürgermeister Lutz Trümper ( SPD ) ein.

Nicht nur viel zu spät. " Auch inhaltlich widerspricht das Schreiben dem, was wir in den offiziellen Gesprächen mit Staatssekretärin Karin Roth ausgehandelt haben ", sagte Trümper in einem Volksstimme-Gespräch. " Von den damaligen vollmundigen Zusagen ist leider nicht viel übrig geblieben ", bilanzierte er gestern. " Jetzt soll – entgegen der bisherigen Verabredungen – die Stadt sofort das Schiffshebewerk in ihr Eigentum übernehmen. " Er bemängelte : Das solle geschehen, ohne Antworten auf die noch offenen rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen zu haben und " ohne genau zu wissen, wie viel Geld der Bund tatsächlich zahlen würde. Das kann niemand ernsthaft verlangen. "

Trümper lehnt deshalb die Übernahme kategorisch ab. Im Gespräch war ein Stiftungsmodell gewesen. Hintergrund : die von Berlin avisierte Summe ( zuletzt waren 3, 8 Millionen Euro genannt ) sollten in das Stiftungskapital einfl ießen.

Aus den Zinsen sowie den Geldern von Land ( ca. 10 000 Euro ), Stadt ( 50 000 Euro ) und Region ( ca. 45 000 Euro ) sollen die Betriebskosten gezahlt werden. Teil der Strategie : Das für die Stilllegung geplante und somit eingesparte Geld verbleibt als Stiftungskapital. Es könnte sogar, sollte es aus irgendeinem Grund erforderlich sein, auch problemlos für eine Stilllegung verwendet werden. Der Stadt würde in einem solchen Fall kein Schaden entstehen.

Lutz Trümper kann sich die Querschläge aus Berlin nicht erklären " Das Konzept ist damals akzeptiert worden, wir haben das Geld für den Betrieb ( ca. 400 000 Euro ) zusammen ", sagte er.

Der Oberbürgermeister versicherte, am Ziel festzuhalten. Das Hebewerk soll jährlich von Mai bis Oktober weiterbetrieben werden.

Erstaunt und verärgert auf die neue Entwicklung reagierte Carsten Klein vom Förderverein Technische Denkmale Sachsen-Anhalt. Der FDPStadtrat hatte seinerzeit die öffentliche Debatte über die Hebewerksschließung ins Rollen gebracht. Er war auch bei der Delegation in Berlin dabei.

Klein : Da sei alles eindeutig besprochen worden. Es habe klare Zusagen und auch Termine gegeben. Jetzt erwarte er, dass Wort gehalten werde. Carsten Klein plädierte dafür, gegebenenfalls erneut das Spitzengespräch in Berlin zu suchen, um Probleme zu klären.

Auch der Förderverein bleibt dabei, dass noch in diesem Jahr der Betrieb des Hebewerks aufgenommen werden soll. Beim morgigen Tag des Schiffshebwerks sollten viele Magdeburger durch ihren Besuch ihr Engagement erneut sichtbar machen, wünscht sich Klein.

Für OB Trümper ist das zudem eine gute Gelegenheit, das Bundesverkehrsministerium

an seine Zusagen zu errinnern.



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Dokument erstellt am 30.04.2008 um 06:01:22 Uhr
Erscheinungsdatum 30.04.2008 | Ausgabe: mdx